Langfristige Geldanlage - Lohnt sich das Investment in Gold?

Gutes Personal aus dem Schwarm

„Macht mehr Kinder!“, könnte der Mittelstand schreien. Denn der demographische Wandel schmerzt hier am meisten: Fast die Hälfte der KMU muss offene Stellen mindestens zwei Monate unbesetzt lassen, weil qualifizierte Bewerber fehlen. Deshalb versuchen die Unternehmen, für Fachkräfte interessanter zu werden – und finden gerade durch ungewöhnliche Wege wie Crowdinvesting die passenden Mitarbeiter.

Seit über einem Jahrzehnt geht in Deutschland das Gespenst des Fachkräftemangels um. Demnach verschieben sich Angebot und Nachfrage am Arbeitsmarkt, weil die Alterspyramide in Deutschland spitz zuläuft: Immer mehr Menschen gehen in Rente, aber immer weniger junge Leute kommen nach. Gleichzeitig steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeitern mit speziellen Qualifikationen um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten.
Fakt ist, dass der Mittelstand die richtigen Bewerber tendenziell schwieriger erreicht. Im Wettbewerb um die geschicktesten Hände und schlauesten Köpfe konkurrieren kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit Konzernen, die überregional bekannt sind und durch ihre Markenwirkung besonders auf Berufseinsteiger mit einer besonderen Strahlkraft wirken. Hinzu kommt, dass Konzerne oft höhere Löhne zahlen und mit großen Personalabteilungen für die Attraktivität ihrer Arbeitsplätze werben – z.B. mit Dienstfahrzeugen, Karriereprogrammen und eigenen Betriebskindergärten. Laut DIHK-Arbeitsmarktreport können 45 Prozent der Mittelständler ihre offenen Stellen acht Wochen und länger nicht besetzen. Auch langfristig zeichnet sich aus Sicht der Wirtschaft keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt ab. Deshalb gilt die Markenwerbung für attraktive Arbeitgeber, das sogenannte Employer Branding, als Megatrend.

Produktimage entscheidend für Employer Branding

Welches Bild ein Bewerber über seinen potenziellen Arbeitgeber bekommt, hängt stark vom Produktimage ab. Die Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart bestätigte im Sommer 2015 mit einer Expertenbefragung zu Employer Branding und Produktreputation: Wer dem Angebot nicht traut, hält das Unternehmen auch für keinen guten Arbeitgeber.
Doch selbst wenn ihre Produkte auf Zustimmung stoßen würden, sind die meisten Mittelständler bei Arbeitnehmern schlicht nicht bekannt. Sie sind deshalb z.B. auf Empfehlungen aus ihrer Umgebung angewiesen. Jede dritte der offenen Stellen wird durch den Hinweis eines Mitarbeiters aus seinem Umfeld besetzt, hat die Studie “Recruting Trends im Mittelstand 2015” herausgefunden. Manche Unternehmen bewerben sich sogar um die Rekruten: Bei 25 Prozent der zu vergebenden Arbeitsplätze spricht der Mittelstand mögliche Kandidaten direkt an.

Crowdinvesting stärkt Marketingeffekt

Sobald Mittelständler ihre Vorteile aktiv ausspielen, haben sie bei vielen Bewerbern deutlich größere Chancen: Für eine wachsende Zahl von Arbeitnehmern rücken Gehalt und Dienstwagen in den Hintergrund. Ein gutes Betriebsklima, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen, dadurch schnell aufzusteigen und viel zu lernen machen KMU attraktiv. Auch begegnen Mitarbeiter in diesem Umfeld häufig einer direkten Feedbackkultur, einer höheren Innovationsgeschwindigkeit und durch die Nähe zur Führungsebene auch der Chance, strategisch Einfluss zu nehmen.
Um all diese Pluspunkte zeigen zu können, brauchen Unternehmen zunächst die Aufmerksamkeit neuer Interessenten. Ein noch weitgehend unbekannter Weg, seine Zielgruppen direkt anzusprechen, ist das Crowdinvesting. Firmen, die sich über eine Crowdinvesting-Plattform finanzieren, profitieren auch als Arbeitgeber vom positiven Marketing-Effekt ihrer Kampagne. Sie kann nicht nur das Produktimage verbessern, sondern Unternehmen auch dabei helfen, potenzielle Mitarbeiter zu erreichen. Und das besonders in der Region.

Entscheidungshorizont erweitern

Für die meisten Unternehmer gilt es als selbstverständlich, im Einkauf mehrere Lieferanten zu haben und auch auf Kundenseite mehrere Abnehmergruppen und Kanäle zu pflegen. Damit soll sich das Risiko verteilen – der Ausfall eines einzelnen Partners hätte dann weniger schwere Folgen für die Existenzfähigkeit der Firma. Seltener wird jedoch thematisiert, dass man auch über unterschiedliche Bezugsquellen für Kapital verfügen sollte, um die notwendige unternehmerische Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit zu erhalten.
Die LMT GmbH hat sich der Crowd-Finanzierung bedient und sich so neuen Gestaltungsspielraum geschaffen. Der Leuchten-Hersteller wurde über die Crowdinvesting Plattform Unternehmerich erfolgreich finanziert . In einem Funding-Zeitraum von 60 Tagen sammelte LMT 250.000 Euro ein. „Mit unserem Projekt konnten wir innerhalb kurzer Zeit einen Überschuss erzielen, so dass wir die Zinsen für die Finanzierung des Kapitals bereits verdient haben“, sagt Tobias Otterpohl, Geschäftsführer der LMT GmbH. „Da kann kein anderes Finanzierungsinstrument mithalten“.

Ein neuer Mitarbeiter, zahlreiche Neukunden

Das Projekt des Mittelständlers zahlte auch auf die Attraktivität als Arbeitgeber ein. So konnte die LMT GmbH einen neuen Mitarbeiter in der Konstruktion gewinnen. Gleichzeitig wurde durch die Crowdinvesting-Aktion eine neue Vertriebsorganisation auf die Firma aufmerksam. Die alternative Finanzierungform weckte auch das Interessen bisher fremder Käufergruppen: „Wir haben neuen Umsatz durch Neukunden generiert, ohne hierfür vertrieblich aktiv geworden zu sein“, so Otterpohl.

Kommunikation erfordert (Bereitschaft zur) Transparenz

Das Beispiel zeigt: Wie kaum eine andere Finanzierungsform entfaltet Crowdinvesting eine starke Kommunikationswirkung. Zwar mag die öffentliche Bitte um Mittel für viele Mittelständler im ersten Moment befremdlich wirken, weil sie – manchmal seit Generationen – stolz auf ihre Unabhängigkeit sind. Doch mit der Finanzierung einzelner Projekte geben sie diese Autonomie nicht auf. Im Gegenteil: So können KMU ihre Bekanntheit erhöhen, die Markenbildung fördern und als Arbeitgeber profitieren.

Eine erfolgreiche Finanzierung setzt Vertrauen und einen offenen Umgang mit den benötigten Geschäftsdaten voraus. Das führt dazu, dass einige KMU der Schwarmfinanzierung misstrauisch und zögerlich gegenüberstehen. Genau das ist aber der Schlüssel zum Erfolg: Das Projekt muss sich der Crowd öffnen und auch kritische Punkte transparent machen. Tobias Otterpohl von LMT ist dafür bereit: „Wir werden sehr wahrscheinlich in Kürze wieder mit Unternehmerich ein neues Projekt prüfen“.

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